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Bilaterale Beziehungen zwischen China und der Schweiz
2011/03/11

 

I. Politische Beziehungen

Als einer der ersten westlichen Staaten anerkannte die Schweiz am 17. Januar 1950 die Volksrepublik China, und die beiden Länder nahmen am 14. September desselben Jahres diplomatische Beziehungen auf. Im Jahr 2010 haben die beiden Länder das 60-jährige Jubiläum ihrer diplomatischen Beziehungen gefeiert. Das Jubiläumsjahr ist geprägt von zahlreichen Treffen auf höchster Ebene. Ende Januar 2010 hat LI Keqiang, Stellvertretender Ministerpräsident des Staatsrates der VR China, einen offiziellen Besuch in der Schweiz abgestattet. Er wurde von Bundespräsidentin Doris Leuthard, Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD), und von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, Vorsteherin des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), empfangen. Vom 16. bis 18. Juli 2010 hat der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses der VR China Wu Bangguo die Schweiz besucht und sich mit Präsidentinnen der beiden Kammern des schweizerischen Parlaments zu einem Gespräch getroffen. Er wurde auch von Bundespräsidentin der Schweiz Doris Leuthard zu einem Höflichkeitsbesuch in Zürich empfangen. Im Zentrum der Gespräche standen die 60 Jahre Diplomatische Beziehungen und die Zusammenarbeit China-Schweiz. Anlässlich dieses Jubiläums weilte Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, Vorsteherin des EDA, vom 27. bis 29. Juni 2010 zu einem offiziellen Besuch in China. Bundespräsidentin Doris Leuthard hat im August 2010 mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation China besucht und den Präsidenten der VR China Hu Jintao getroffen. In der UNO und anderen internationalen Organisationen haben die beiden Länder gut kooperiert. Daraus ergibt sich immer wichtige neue Impulse für die Beziehungen zwischen China und der Schweiz.

II. Handels- und Investitionstätigkeit

China ist seit 2002 der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Asien. Die bilateralen Handelsbeziehungen entwickeln sich sehr dynamisch. Schon heute ist China weltweit der drittwichtigste Zulieferer und der viertwichtigste Absatzmarkt für Schweizer Exporte (nach der EU, den USA und Japan). Zur Zeit ist die Schweiz der neuntgrösste Handelspartner Chinas in Europa. Die Schweiz weist als eines der wenigen Länder eine positive Handelsbilanz mit China auf. Gemäss der chinesischen Statistik erreichte das Handelsvolumen beider Länder im Jahr 2010 20,07 Mrd. US-Dollar. Davon betrugen die Ausfuhren Chinas in die Schweiz 3,03 Mrd. US-Dollar, während sich die Einfuhren aus der Schweiz auf 17,04 Mrd. US-Dollar beliefen. Im Jahr 2010 belief sich der reale Gesamtbetrag der schweizerischen Direktinvestitionen in China auf 260 Mio. US-Dollar, verteilte in 77 Projekte. Einige chinesische Unternehmen haben schon angefangen, in der Schweiz zu investieren. Das Abkommen zwischen China und der Schweiz über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen, das anlässlich des Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten WEN Jiabao im Januar 2009 in Bern unterzeichnet wurde, trat im April 2010 in Kraft. Beim Treffen des chinesischen Präsidenten Hu Jintao mit Bundespräsidentin Doris Leuthard im August 2010 in Beijing wurde ein Memorandum of understanding unterzeichnet, in dem angekündigt wurde, dass in naher Zukunft Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen China und der Schweiz eröffnet werden sollen.

III. Wissenschaft und Technologie

China legt grossen Wert auf die Zusammenarbeit in Bereichen Wissenschaft und Technologie mit der Schweiz. Im Rahmen der Bundespolitik der bilateralen Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation zwischen der Schweiz und ausgewählten Partnerländern zählt China zu den Schwerpunkten. Neben der Zusammmenarbeit auf der Ebene der Regierungen bestehen viele Kooperationen in Bereichen wie Forschung, Anwendung der neuen Technologie zwischen Unternehmen, lokalen Behörden sowie den betreffenden Branchen beider Länder. Ende 2008 wurde das chinesisch-schweizerische Zusammenarbeitsprogramm für Wissenschaft und Technologie aufs Gleis gesetzt und seither sind 30 Zusammenarbeitsprojekte bereits vollzogen. Die Schweiz gehört zu den Ländern, von denen China hauptsächlich Technologie importiert. Im Jahr 2010 hat China mit der Schweiz 160 Verträge über Technologieimporte unterzeichnet, deren Gesamtbetrag 480 Mio. US-Dollar ausmacht. Immer mehr grosse schweizerische Unternehmen wie Nowartis und Roche haben in China die auf Asien und die Welt gerichteten Forschungszentren gegründet, die schon von Erfolg gekrönt sind.

IV. Bildung, Kultur und Tourismus

Die Bildung nimmt einen hohen Rang in den bilateralen Beziehungen ein. Seit Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts tauschen China und die Schweiz Studenten aus. Dieser Austausch wird immer intensiver. Zwischen den Regierungen beider Ländern sind im Jahr 2006 das “Memorandum zur Zusammenarbeit im Bereich der Hochschulbildung” und im Jahr 2007 die “Strategie zur Zusammenarbeit der Hochschul- und Berufsbildung” unterzeichnet. Auch viele schweizerische Universitäten, Mittel- und Hochschulen haben mit chinesischen Bildungs- und Forschungsstätten Partnerschafts- oder Kooperationsabkommen geschlossen. Zur Zeit studieren etwa 1200 chinesische Studenten und Fortgeschrittene in der Schweiz, und China hat insgesamt 600 schweizerische Studenten empfangen.

Der Kultur- und Tourismusaustausch stellen schon eine wichtige Brücke zwischen China und der Schweiz dar. Im Jahr 1998 gaben die beiden Länder ihre erste gemeinsame Briefmarke heraus. Im August 2005 hat sich China zum ersten Mal als Hauptgastland beim Genf-Fest präsentiert. Seit 2006 findet jährlich das „chinesische Neujahrskonzert“ in Luzern statt. Gemäss der chinesischen Statistik hat die Zahl der schweizerischen Touristen in China im Jahr 2010 74 300 betragen und die Gesamtzahl der Übernachtungen von chinesischen Touristen in der Schweiz hat gemäss der Schätzung der Schweiz mit einer Zunahme von 48,8% 404 218 erreicht.

 

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