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China will Wirtschaft 2013 weiter reformieren
2012/12/17

Chinesische Spitzenpolitiker haben eine Richtlinie für tiefere wirtschaftliche Reformen für das Jahr 2013 ausgearbeitet. Auf der jährlichen Zentralen Sitzung für Wirtschaft, die am 15. und 16. Dezember in Beijing stattfand, verkündete die Regierung ein Paket zur Ankurbelung der weltweit zweitgrößten Wirtschaft. Dazu gehören Steuersenkungen, Unterstützung für Wanderarbeiter und Bauern sowie eine proaktive Finanz- und eine besonnene Geldpolitik.

In den letzten Monaten hat sich die chinesische Volkswirtschaft leicht abgekühlt. Im ersten Quartal 2012 wuchs sie um 8,1 Prozent, im zweiten um 7,6 und im dritten um 7,4 Prozent. Jüngste Statistiken präsentieren jedoch eine Erholung der Wirtschaft. Viele Ökonomen vertreten die Ansicht, Chinas Wirtschaft habe bereits die Talsohle erreicht und könne ab 2013 stärker wachsen. Auch die chinesische Akademie der Sozialwissenschaften (CASS) hat für 2013 ein stärkeres Wirtschaftswachstum prognostiziert. In dem Blaubuch, das die CASS am 5. Dezember vorstellte, heißt es, im kommenden Jahr wachse die chinesische Volkswirtschaft um 8,2 Prozent, 0,5 Prozentpunkte mehr als 2012.

Bisher war die chinesische Volkswirtschaft zu sehr vom Export abhängig. Um die Wirtschaft exportunabhängiger zu gestalten, sollte China seine Binnennachfrage stärker stimulieren. Ökonom Yuan Gangming von der Tsinghua Universität sagte der CRI:

„Unter dem Druck der schrumpfenden Nachfrage auf dem internationalen Markt, soll China neben Ausbau seines Binnenmarkts auch noch die Industriestruktur optimieren."

In dem nach der Wirtschaftssitzung veröffentlichen Dokument wurde die Urbanisierung nicht nur als eine historische Chance für China bezeichnet. Sie berge auch großes Potential für die Stimulierung der Binnennachfrage. Für Professor Yuan Gangming bedeutet Urbanisierung nicht nur Städtebau:

„In dem Dokument der Wirtschaftssitzung heißt es, man solle den Wanderarbeitern helfen, sich in Städten niederzulassen. So muss also das bisherige Einwohnermeldesystem beschleunigt reformiert werden."

Ebenso wichtig für die Belebung des Konsums auf dem Binnenmarkt ist neben der Urbanisierung auch die Einkommensverteilungsreform. Diese soll helfen, die Schere zwischen Arm und Reich zu verkleinern.

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