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Chinas Universitäten nehmen mehr Bewerber vom Land auf
2012/07/26

Etwas mehr als einen Monat nach dem "Gaokao", Chinas Aufnahmeprüfung für das Universitätsstudium, feiert Zeng Mengyao mit ihrer Familie ihre Zulassung an einer Eliteuniversität.

Zeng wird ab Herbst die Universität Xiamen in der ostchinesischen Provinz Fujian besuchen. Allerdings hätte sich Zengs Traum, an einer renommierten Universität zugelassen zu werden, ohne die nationale Bevorzugungsregelung des Bildungsministeriums in diesem Jahr nicht erfüllt.

Nach dem Plan der diesjährigen Hochschulzulassung, gibt es 12.100 offene Studienplätze für Studenten aus 680 verarmten Landkreisen in 21 Provinzen. Bewohner dieser Landkreise hatten im vergangenen Jahr ein jährliches Pro-Kopf-Einkommen von 2.676 Yuan (345 Euro), rund die Hälfte des nationalen Durchschnitts.

Abiturienten aus verarmten Provinzen werden bevorzugt behandelt. Dies ist eine von vielen Maßnahmen, um ein Gegengewicht zu Chinas regionalen Unterschieden in Bezug auf die Qualität der Bildung zu schaffen. Mehr als 10.000 Absolventen aus diesen Landkreisen werden dieses Jahr von der neuen Regelung profitieren.

Statistiken aus dem Bildungsministerium zeigen, dass die durchschnittliche nationale Aufnahmequote einiger führender Universitäten im vergangenen Jahr 8,5 Prozent betrug. In den 680 verarmten Landkreisen waren es 5,7 Prozent.

Zeng hatte acht Punkte weniger, als die Universität Xiamen für die Aufnahme verlangte, doch dank der neuen Regelung, wird sie die Universität bald besuchen.

"Ich bin sicher, solch eine renommierte Universität hätte mich ohne die diesjährige Sonderregelung zur Einschreibung nicht aufgenommen", sagte Zeng.

Die 19-jährige Zeng kommt aus dem Bezirk Le'an, 400 Kilometer entfernt von der Provinzhauptstadt Nanchang der ostchinesischen Provinz Jiangxi. Sie stammt aus einer Bauernfamilie. Ihre Eltern verdienen nicht mehr als 1000 Yuan (129 Euro) im Jahr. Zeng und ihre mehr als 20 Verwandten leben in einem 130-Quadratmeter Lehmhaus aus den 1980er Jahren.

Familien in verarmten Bezirken, die finanziell kaum über die Runden kommen, schicken ihre Kinder im Jugendalter oft in die relativ entwickelten Küstenprovinzen wie Zhejiang und Guangdong, um einen Arbeitsplatz zu finden.

"Mehr als zehn Jugendliche aus meinem Dorf, die älter als 17 Jahre sind, schuften in nahegelegenen Städten. Nur wenige beenden die Sekundarschule", sagte Zengs Mutter.

Eine Statistik des Ministeriums ergab, dass etwa 9,15 Millionen Abiturienten dieses Jahr an der Universitätsaufnahmeprüfung teilnahmen. Sie wetteifern um 6,85 Millionen offene Studienplätze an Chinas Universitäten. Die Zahl der Bewerber aus verarmten Regionen lag bei 1,3 Millionen.

Die Aufnahmerate wird Schätzungen zufolge dieses Jahr 75 Prozent betragen, fast drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Prüfungsteilnehmer sank um zwei Prozent.

Die Bildung der Menschen auf dem Land - oft geringer als in der Stadt - reduziert die Chancen der Schüler, ein Studium an guten Universitäten aufzunehmen.

"Ich habe meinen Bezirk noch nie in meinem Leben verlassen. Nun habe ich die Gelegenheit zu sehen, wie die Welt da draußen aussieht", sagte Zeng. Während den dreimonatigen Semesterferien will sie einen Teilzeitjob in der südchinesischen Stadt Guangzhou annehmen.

Wu Yongming, stellvertretender Vorsitzender der Akademie der Sozialwissenschaften der Provinz Jiangxi, sagte, diejenigen, die durch die Regelung von angesehenen Universitäten zugelassen wurden, sollten ermutigt werden, nach Abschluss ihres Studiums in ihre Geburtsorte zurück zu kehren, um Arbeit zu finden oder ein Unternehmen gründen. Das könnte die Kluft zwischen Ost und West in China schließen, sagte er.

Quelle: german.china.org.cn

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