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Chinas Bildungssystem am Pranger
2012/12/20

Vor kurzem berichteten die Medien von einer Doktorandin der Huazhong University of Science and Technology, die wegen ihrer "minderwertigen" Primarschule eine Stelle nicht bekam. Was wie eine einfache Form der Diskriminierung aussieht, steht von einer anderen Seite betrachtet auch für den blinden Glauben an die "qualitativ hochwertige" Bildung.

In einer Umfrage gaben 38,2 Prozent an, dass das Eintrittsexamen ins chinesische College zuverlässiger ist, während die Master- und Doktortitel häufig ihre Versprechen nicht erfüllen würden. Kein Wunder gibt es in China ein Sprichwort: "Erstklassiger Primarschüler, zweitklassiger Student und drittklassiger Doktor". Wieso ist es für die hochwertige Bildung so schwer, Anerkennung zu erhalten?

Laut Medienberichten liegt die Zahl der Studenten, die dieses Jahr eine Hochschule abschließen, bei 580.000. Verglichen mit der schnell zunehmenden Menge an Abschlüssen, können die Lehrer kaum Schritt halten. Es ist kein seltenes Phänomen, dass ein Dozent mehr als ein Dutzend Doktoranden betreuen muss. Bei der Einstellung von Dozenten werden hauptsächlich ihre Publikationen betrachtet. Die Art, wie sie mit den Studenten umgehen, spielt hingegen keine so große Rolle. Bei einer solchen lockeren Atmosphäre müssen zahlreiche Studenten lediglich ein Dutzend Kurse belegen und eine Arbeit einreichen – und schon haben sie ihren Master oder Doktor abgeschlossen.

Die Schulung von Graduierten ist bei der akademischen Ausbildung in China der höchste Level. Eine derartige Massenabfertigung und eine solche liederliche Betreuung sind weit von ihrem Ziel entfernt, Wissenschaftler zu fördern. Wenn die Dinge in dieser Weise weitergehen, wird nicht nur der Wert der akademischen Qualifikation sinken, sondern die akademische Bildung wird in der Öffentlichkeit ihre Glaubwürdigkeit einbüßen.

Quelle: german.china.org.cn

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