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Ansprache von Botschafter Wu Ken auf seinem Abschiedsempfang
2013/01/23

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Dell´Ambrogio,

liebe Kolleginnen und Kollegen des diplomatischen Corps in der Schweiz,

meine Damen und Herren, liebe Freunde,

vielen Dank für Ihr Kommen zum heutigen Empfang. Meine Amtszeit als der 14. Botschafter Chinas in der Schweiz geht bald zu Ende. Bei dieser Angelegenheit nehmen meine Frau und ich Abschied von Ihnen allen.

In den vergangenen 2 Jahren und 4 Monaten seit September 2010 hatte ich das Glück, die idyllische Landschaft der Schweiz zu genießen, sei es auf Jungfraujoch und Matterhorn, oder auf Genfer See und Vierwaldstättersee, sowie in der ruhigen und wunderschönen Hauptstadt Bern. Ich habe 16 Kantone besucht, mit vielen Leuten aus der Bundes- sowie lokalen Regierungen und verschiedenen Kreisen befreundet, und mich gemeinsam mit den Freunden bemüht, die bilateralen Beziehungen voranzutreiben. Ich möchte die heutige Gelegenheit nutzen, auch im Namen von meiner Frau und Botschaft China in der Schweiz, mich bei Ihnen herzlich zu bedanken, die die Entwicklung der chinesisch-schweizerischen Beziehungen unterstützen.

In den letzten zwei Jahren haben die chinesisch-schweizerischen Beziehungen einen raschen Aufschwung erlebt. Darüber bin ich sehr erfreut. Hier möchte ich gern ein paar Daten und Fakten auflisten:

- Beide Länder pflegen enge hochrangige Kontakte, und das gegenseitige politische Vertrauen intensiviert sich kontinuierlich. Innerhalb meiner Amtszeit haben 4 Bundesräte China besucht. Viele hochrangige Delegationen der chinesischen Seite aus Zentralregierung, Legislative und lokaler Ebene haben der Schweiz Besuche abgestattet. Bilaterale Dialogs- und Kooperationsmechanismen in Politik, Wirtschaft, Handel und Wissenschaft funktionieren reibungslos. Beide Länder pflegen auch enge Kontakte und Kooperationen in internationalen Angelegenheiten.

- Die substanzielle Zusammenarbeit der beiden Länder in Bereich wie Wirtschaft und Handel erweitert sich ständig. China ist der grösste Handelspartner der Schweiz in Asien geworden, umgekehrt ist Schweiz der neuntgrösste Handelspartner Chinas in Europa. Die Schweiz gehört zu Spitzenreitern beim Technologietransfer nach China unter europäischen Ländern. Vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise und europäischen Schuldenkrise stellte das bilaterale Handelsvolumen 2011 einen neuen Rekord von 30,8 Mrd. US-Dollar auf. Anfang 2011 wurden die Verhandlungen über Freihandelsabkommen zwischen China und der Schweiz gestartet, die viele Aufmerksamtkeit auf sich gelenkt haben. Bisher haben beide Seiten 7 Runden erfolgreich durchgeführt und sind voller Zuversicht, ein ausgewogenes Freihandelsabkommen des gegenseitigen Nutzens möglichst schnell abzuschließen. Außerdem haben beide Seiten Memoranden zur Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich wie Umweltschutz, Hochschulbildung, Wissenschaft und Technologie unterzeichnet.

- Im Bereich der Kultur sind auch rege Austausche zwischen China und der Schweiz zu verzeichnen. China und die chinesische Sprache werden in der Schweiz immer populärer. Das erste Konfuzius-Institut in der Schweiz wurde im Jahr 2011 an der Universität Genf ins Leben gerufen. Universität Basel bereitet sich zur Zeit auf Eröffnung des zweiten Konfuzius-Instituts in der Schweiz aktiv vor. Mehr als 30 schweizerische Mittelschulen bieten Chinesisch-Kurse an. Grosse Kulturveranstaltungen wie „Culturescapes China 2010“ und „Mondfest Basel“ stießen auf positive Resonanz. 2012 bereisten ca. 500 000 chinesische Touristen die Schweiz, in der Gegenrichtung reisten über 80 000 Schweizer nach China. Die mehr als 20 000 Übersee-Chinesen leisten während ihrer Integration in die Schweizer Gesellschaft grosse Beiträge zum Aufbau des Vaterlandes und zur Förderung des gegenseitigen Verständnises und der Freundschaft zwischen beiden Völkern.

Meine Damen und Herren, liebe Freunde,

Die Vergangenheit hat gezeigt, solange wir am Geist des gegenseitigen Respekts, der Gleichberechtigung und des gegenseitgen Nutzens festhalten, stets von den Kerninteressen der beiden Länder und der beiden Völker ausgehen und sorgsam auf die jeweiligen Anliegen des Partners Rücksicht nehmen, können sich die bilateralen Beziehungen nachhaltig und stabil entwickeln. Angesichts der stetigen komplizierten und tief greifenden Veränderung der internationalen Lage vermehren sich die Konsense und gemeinsamen Interessen zwischen China und der Schweiz. Gleichzeitig erweitern sich die Möglichkeiten und Potenziale der bilateralen freundschaftlichen Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten. China und die Schweiz können ein Vorbild für die Länder sein, die mit unterschiedlichen historischen und kulturellen Hintergründen, Entwicklungsniveaus und politischen Systemen doch freunschaftliche Beziehungen entwickeln wollen. Mit Ausblick auf die Zukunft verfügen die chinesisch-schweizerischen Beziehungen immer noch über enormes Potential und eine vielversprechende Zukunft. Durch gemeinsame Bemühungen der Regierungen und aller Kreise der Gesellschaft beider Länder werden die Beziehungen zwischen China und der Schweiz immer mehr neue Höhepunkte erreichen, die Freundschaft wird immer tiefer in unseren beiden Völkern verwurzelt sein. Dafür bin ich voller Zuversicht. Ich hoffe sehr, dass Sie alle sich nach wie vor um die chinesisch-schweizerischen Beziehungen kümmern und die Arbeit unserer Botschaft unterstützen.

Ein berühmter chinesischer Dichter der Tang-Dynastie hat geschrieben, „auch wenn gute Freunde weit voneinander entfert leben, bleiben sie sich im Herzen doch nahe“. Meine Abreise von Bern steht bevor. Wo auch immer ich mich später befinde, werde ich an die 800 Tage und Nächte denken, die ich hier verbracht habe. Ich werde die Schweiz vermissen. Mein Herz wird weiterhin für die chinesisch-schweizerischen Beziehungen schlagen.

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