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Die zweite Kolumne des Herrn Botschafters GENG Wenbing in der «Weltwoche»
2019/07/15
Am 18.04.2019 erschien in der «Weltwoche», einer renommierten schweizerischen Zeitschrift, der zweite Beitrag des Herrn Botschafters GENG Wenbing mit dem Titel «Seidenstrasse: Internationale Zusammenarbeit». Im Folgenden findet sich der vollständige Text:
 
 
Kommt man in einer Unterhaltung irgendwann auf den Begriff «Belt and Road-Initiative» zu sprechen, denken viele Menschen wahrscheinlich unweigerlich an die antike Seidenstrasse, an die Wüste und Kamelglocken, dessen Klänge jahrtausendlang quer durch die weiten Landschaften zu hören waren. Diese Route, entlang derer sich ein reger Handel mit Seide und anderen Produkten vielfältigster Art entwickelte, wurde später vom deutschen Geographen Ferdinand von Richthofen in seinem Klassiker als Seidenstrasse bezeichnet--eine Benennung, die schnell populär wurde und große Verbreitung fand.

Zweitausend Jahre später rief China die «Belt & Road-Initiative» ins Leben, die sich auf den Geist der antiken Seidenstrasse beruft: Im Mittelpunkt stehen demnach die Prinzipien friedliche Kooperation, Öffnung und Inklusion, Gegenseitiges Lernen sowie Gemeinsamer Nutzen, um letztlich zu einer Win-Win-Situation zu gelangen. Damit wird der antiken Seidenstrasse neues Leben eingehaucht und die Idee von der Menschheit als Schicksalsgemeinschaft sowie der Zusammenarbeit der Nationen erhält starke Impulse. Seit ihrer Lancierung vor sechs Jahren hat die Praxis mehr und mehr gezeigt, wie effizient und vital die «B & R-Initiative» (so die Kurzform, oft auch BRI genannt) ist. Sollte es für die internationale Gemeinschaft anfangs noch Überraschungen und Zweifel gegeben haben, wandelte sich die allgemeine Haltung allmählich in Verständnis, Unterstützung bis hin zum bereitwilligen Engagement.

Die Initiative hat sich zur umfangreichsten Plattform der internationalen Zusammenarbeit entwickelt und gehört bereits zu den beliebtesten Gemeingütern. Im Rahmen dieser Initiative bekam Ostafrika seine allererste Autobahn und die Malediven ihre erste Seebrücke. In Weissrussland wurde zum ersten Mal eine eigene Autoindustrie aufgebaut, und Kasachstan verfügt zum ersten Mal über einen eigenen Anschluss ans Meer. Auf dem eurasischen Kontinent verbindet das China Railway Express (beziehungsweise Trans-Eurasia-Express) zahlreiche Verkehrsknotenpunkte entlang einer Strecke, die sich als die längste Route im betrachteten Raum herausstellt.Die erfolgreiche Einrichtung der Bahnstrecke Mombasa-Nairobi gilt in Kenya als das Jahrhundertprojekt, das der lokalen Bevölkerung Ca 50 000 Arbeitsplätze geschaffen und dem Land ein Wirtschaftswachstum um 1.5 Prozent ermöglicht hat. In Uzbekistan gelang chinesischen und einheimischen Arbeitern, in enger Zusammenarbeit innerhalb von 900 Tagen einen 19 Km langen Tunnel zu erstellen, so dass Bewohner in entlegenen Regionen nun nur 900 Sekunden brauchen, um mit dem Zug durch die hohen Berge zu fahren. So einige wenige Beispiele.

Wenn es darum geht, sich abzeichnende Chancen zu ergreifen, sind die Schweizer rasch und bemerkenswert effizient. Behörden wie auch der private Sektor zeigen grosse Begeisterung, an der «Belt & Road-Initiative» teilzunehmen. Die Schweiz gehört zu den ersten Ländern, die der Asia Infrastructure Investment Bank (AIIB) beigetreten sind. Des Weiteren wurde die Kontaktstelle von der Bundesregierung für «BRI» eingerichtet, um diesbezügliche Fragen zu beantworten.Vor zwei Jahren nahm Frau Doris Leuthard, die damals amtierende Bundespräsidentin, am ersten «BRI»-Gipfelforum in Peking teil, während Herr Bundespräsident Ueli Maurer, dieses Jahr auf Einladung der chinesischen Regierung an der zweiten Runde des «BRI»-Gipfelforum für internationale Zusammenarbeit teilnehmen und zugleich China einen Staatsbesuch abstatten wird . Dieses Treffen findet vom 25. bis zum 27. April in Peking statt. Thema ist unter anderem das Vorantreiben  des Aufbaus bezüglich der «Belt and Road-Initiative». Im Vergleich zum ersten Forum umfasst die zweite Runde nun vielfältigere Themenbereiche und bietet Teilnehmern verschiedenste Möglichkeiten für eigene Aktivitäten. Neben den 12 Workshops steht zum erstsen Mal eine Konferenz für Unternehmer auf dem Programm, um eine Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Industrien und Unternehmen aufzubauen.

Dass die « B & R-Initiative» sich zu einem weltweit beliebten Projekt entwickelt hat, liegt vor allem daran, dass wir auf die Prinzipien der gemeinsamen Konsultation, des gemeinsamen Aufbaus und Gewinnens bestehen. Kein Land ist berechtigt, Entscheidungen im Alleingang zu treffen. Transparenz und Inklusion sind Werte, die gross geschrieben werden, geschlossene Zirkel gibt es nicht. Bei der Durchführung der Projekte achten wir durchgehend auf Umweltschutz, Nachhaltigkeit sowie Professionalität und legen grossen Wert darauf, uns an dem Völkerrecht und den jeweiligen nationalen Gesetzen zu halten. Auf zweifelnden und kritischen Stimmen kann ich voller Sicherheit erwidern, dass die « B & R-Initiative» keinesfalls irgendwelche sogenannte Schuldenfallen erzeugt. Im Gegenteil , sie erweist sich als fruchtbarer Boden, auf dem die beteiligten Völker auf reiche Ernten hoffen dürfen. Die Initiative wird nicht „geopolitisch instrumentalisiert", sondern bietet der ganzen Welt eine Chance zur gemeinsamen Entwicklung. Zusammenarbeit im Rahmen der «BRI» entspricht den Bedürfnissen aller Parteien. Sie hat den Entwicklungsprozess aller mitwirkenden Länder massiv beschleunigt, den allgemeinen Lebensstandard in diesen Ländern verbessert und die Perspektive der Win-Win-Situation eröffnet.

In der Zukunft werden wir uns bemühen, diese Initiative langfristig auf einer soliden Grundlage voranzutreiben, so dass sich die neue Seidenstrasse zu einer Route des Friedens, der Prosperität, der Öffnung, der Innovation und der Zivilisiertheit entwickeln wird. Wie ein chinesisches Sprichwort besagt, das Glück zu teilen sei viel besser, als allein das eigene Glück zu geniessen. Wir sind besten Willens, zusammen mit allen Teilnehmern einen grossen Kuchen zu backen und diesen aufgehenden Kuchen mit allen zu teilen. Herr Staatspräsident Xi Jinping hat einmal zutreffend gesagt: «Die Belt & Road-Initiative stammt aus China, deren Früchte gehören jedoch der ganzen Welt.»

 

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