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Die fünfte Kolumne des Herrn Botschafters GENG Wenbing in der «Weltwoche»
2019/07/15
Am 11.07.2019 erschien in der «Weltwoche», einer renommierten schweizerischen Zeitschrift, der fünfte Kolumnebeitrag des Herrn Botschafters GENG mit dem Titel «Die Wahrheit zur Xinjiang-Frage». Im Folgenden findet sich der vollständige Text:
 
 
Kürzlich ist mir aufgefallen, dass diverse Medien weiterhin falsche Nachrichten über Xinjiang verbreiten. In den letzten Zeiten wurde mir während verschiedener Interviews immer wieder Fragen über Xinjiang gestellt. Um Missverständnisse aufzuklären, die durch Fake News oder skrupellose Berichterstattungen entstehen und Leserinnen und Leser in die Irre führen können, werde ich im Folgenden die Wahrheit mit Daten und Fakten darstellen.

Seit den 1980er habe ich aus beruflichen Gründen zu unterschiedlichen Zeiten Xinjiang mehrmals besucht. Ihre Schönheit beeindruckt mich zutiefst. Xinjiang befindet sich im äusserten Nordwesten der Volksrepublik China und umfasst eine Gesamtfläche von 1.66 Millionen k㎡. Mit etwa 23.6 Millionen registrierten Einwohnerinnen und Einwohnern gilt Xinjiang als die Provinz, die die grösste Fläche und die grösstse Anzahl von Nachbarländern sowie die längsten Grenzlinien auf dem Lande aufweist. Darüber hinaus ist diese Region durch topographische Einzigartigkeit sowie eine vielfältige Fauna und Flora gekennzeichnet, so dass sie den Beinamen «Heimat der Melonen und Früchte» bekommen hat. Seit jeher bezeugt Xinjiang die Zusammenkunft von verschiedensten Volksgruppen. Etwa 14 Millionen Menschen, so mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus 10 ethnischen Gruppen bekennen sich zum Islam. Was dazu führt, dass überall in Xinjiang Halal Restaurants zu finden sind. Innerhalb der Provinz gibt es 24 400 Moscheen, die ca. 70% der gesamten Anzahl im Land ausmachen. Dies entspricht einer der höchsten Dichten an Moscheen pro Einwohner. Zum islamischen Opferfest (Eid ul-Adha) sowie zum Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) singen und tanzen die kunstbegabten Menschen auf grossen öffentlichen Plätzen und erzeugen damit eine feierliche Atmosphäre.

In der Vergangenheit herrschte im autonomen Gebiet Xinjiang eine lange Periode Stabilität vor. Seit den 1990er jedoch haben die Gewaltanschläge von den sog. «Three Evils», nämlich Terrorismus, Separatismus und religiösem Extremismus, eine Hochkonjunktur. Von 1990 bis 2016 verübten sie in Xinjiang und anderen Regionen tausende terroristische Gewaltanschläge, unter denen vor allem zahlreiche unschuldige Menschen leiden mussten. Dabei haben hunderte von Polizeibeamten ihr Leben dafür aufgeopfert, und die lokale Bevölkerung erlitt enormen Schaden. Die Ausschreitungen vom 5. Juli 2009 in Ürümqi forderten beispielsweise 197 Menschenleben und 1700 Verletzte. Das Handeln der gewalttätigen Terroristen muss streng geahndet werden, so der Konsens der internationalen Gemeinschaft.
 
Um die langfristige soziale Stabilität sowie die wirtschaftliche Entwicklung von Xinjiang sicherzustellen, bemüht sich die chinesische Regierung, neben der rechtlichen Bestrafung auch die Quelle des Terrorismus und Extremismus zu finden, um diesem den Nährboden zu entziehen. Ausgehend von der allgemeinen Praxis des internationalen Anti-Terrorismus-Kampfes erliess die chinesische Regierung eine Reihe von Massnahmen zur Ausrottung des Extremismus. Die Tatsache, dass in einigen Teilen von Xinjiang das Bildungsniveau der Bevölkerung relativ niedrig ist, führt dazu, dass viele Menschen dort die offizielle Landessprache nicht ausreichend beherrschen. Des Weiteren fehlt es ihnen normalerweise an den grundlegenden Kenntnissne über gesetzliche Regelungen und somit das Bewusstsein zum rechtmässigen Verhalten. Infolgedessen können sie sich kaum berufliche Qualifikationen aneignen, so dass es schwierig für sie ist, eine Arbeitsstelle zu finden, was sie wiederum anfällig für terroristische und extremistische Anstiftung und Zwang macht. Angesichts dessen hat die Regierung des Autonomen Gebietes Xinjiang der gesetzlichen Vorlage entsprechend Schulungs- und Ausbildungszentren eingerichtet, um einerseits extremistische Gedanken zu eliminieren, andererseits Arbeitskräfte auszubilden, damit sie nachher mit ihrer Qualifikation einen festen Arbeitsplatz finden und ihren Lebensunterhalt sicherstellen können. Solche Ausbildungszentren sind im Grunde genommen schulische Einrichtungen, sie beruhen auf den Prinzipien der Offenheit , und die Schüler dürfen kommen und gehen wie sie möchten. Die Propaganda der ausländischen Medien steht in völligem Widerspruch zu den wahren Verhältnissen.
 
Die Praxis hat sich als sehr effektiv erwiesen. Seit etwa zwei Jahren ist die Anzahl der Erwerbstätigen in Xinjiang deutlich angestiegen, und die soziale Sicherheit verbessert sich ständig, denn es gibt keine Terroranschläge mehr, so dass man von einem «Null-Terroanschlag»-Zustand sprechen kann. Im April dieses Jahres traf ich in China einen Freund aus Xinjiang. Wir haben uns stundenlang über die Situation dort unterhalten. Er erzählte mir, dass Xinjiang in Turbulenz und Unruhe geraten hätte, hätte die Regierung keine wirksamen Massnahmen zur Bekämpfung terroristischer Aktivitäten ergriffen. Bezüglich der Schulungs- und Ausbildungszentren sagte er, dass die Darstellung in den westlichen Medien, diese Zentren seien neuartige KZ, reiner Klatsch und Tratsch sei. Alle Ausbildungszentren seien öffentlich zugänglich. Die Bevölkerung begrüsse ja das Leben in einer sicheren Gesellschaft.

Dank der zunehmenden Stabilität in Xinjiang unternehmen zahlreiche chinesische sowie ausländische Touristen Reise nach Xinjiang. Dort geniessen sie höchst persönlich die eigenartige Landschaft der Grenzgebiete und die Traditionen verschiedener ethnischer Volksgruppen. Auch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung können sie vor Ort erleben. Der Tourismus entwickelt sich zum wesentlichen Wachstumsfaktor der lokalen Wirtschaft. Im Jahr 2018 kamen mehr als 150 Millionen Touristen nach Xinjiang, darunter auch mehrere Diplomaten und ausländische Journalisten.

Als chinesischer Botscahfter in der Schweiz möchte ich hiermit Journalisten, die objektiv über Xinjiang berichten wollen, zu einem Besuch in Xinjiang einladen. Daten und Fakten sind aussagenkräftiger als leere Worte, und ich hoffe, dass die vernünftigen Menschen sich all der Gerüchte zu erwehren wissen.
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