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Grußwort von Botschafter Wu Ken auf dem Empfang zu Ehren der 7. FTA-Verhandlungsrunde zwischen China und der Schweiz
2012/12/07

Sehr geehrter Herr Botschafter Etter,

sehr geehrter Herr Delegationsleiter Yao,

meine Damen und Herren,

ich freue mich sehr, Sie alle heute abend bei mir in der Residenz begrüssen zu dürfen, zum zweiten Mal seit der ersten Runde der FTA-Verhandlungen im vergangenen April. Inzwischen haben beide Seiten bereits 7 Runden hinter sich, jeweils mit grossen Fortschritten. Ich habe gemerkt, alle Verhandlungsteilnehmer sind jetzt nicht nur Gegenspieler am Verhandlungstisch, sondern auch Partner und Freunde geworden, die voneinander lernen, sich miteinander gut verstehen und das Vertrauen zueinander aufgebaut haben. Dies gehört auch zu den wichtigen Ergebnissen der FTA-Verhandlungen. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, Ihnen im Namen der chinesischen Botschaft für Ihre Arbeit und Bemühungen um die beiderseitige freundschaftliche Zusammenarbeit zu danken.

Die 7. Runde ist heute in Luzern abgeschlossen. Ich gehe davon aus, dass Sie neben der intensiven Arbeit auch Gelegenheit hatten, die schöne Landschaft von Luzern kennenzulernen und zu geniessen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die chinesischen Delegationsmitglieder beim Einkaufen oder beim einfachen Spaziergang auf Luzerner Strassen besonders wohl und vertraut fühlten, und die schweizerischen Kollegen vielleicht ein bisschen überrascht waren, weil im Stadtzentrum fast überall Chinesisch sprechen zu hören ist, und es vor allem in Uhrengeschäften von chinesischen Touristen wimmelt. Darin sehe ich viel Potenzial für Zukunft. Ich bin zuversichtlich, dass mit der Erhöhung des Lebensstandards in China immer mehr Chinesen in die Schweiz reisen werden. Das gegenseitige Verständnis wird ständig vertieft, die bilaterale Zusammenarbeit wird weiter intensiviert. Die Tourismusstatistik der Schweiz zeigt, dass die Chinesen zu den konsumstärksten Touristen in der Schweiz gehören. Das ist der Beweis für die Beliebtheit der schweizerischen Produkte bei den Chinesen. Der Sinn vom Freihandelsabkommen liegt eben darin, den Menschen von beiden Ländern einen besseren Zugang zu vielfältigen, guten und preiswerten Produkten zu schaffen.

Es ist knapp zwei Jahre vergangen seit der offiziellen Lancierung von den FTA-Verhandlungen zwischen China und der Schweiz. Der grosse deutsche Dichter Goethe hat einmal gesagt, „Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man dem Ziel kommt." In China haben wir ein Sprichwort mit ähnlicher Bedeutung, „Auf einem Hundert-Meilen-Marsch hat man mit 90 Meilen nur die Hälfte der Strecke geschafft. Für die Reststrecke von 10 Meilen muss man viel Kraft aufbringen." Die FTA-Verhandlungen sind an einem Punkt angekommen, wo ein erfolgreicher Abschluss nur eine kleine Strecke vor uns liegt, die aber die schwierigste Strecke ist.

Der Stadtname „Luzern" kommt aus dem lateinischen Wort für „Licht" (lucerna). Auf der letzten Strecke wünschen wir uns alle ein Licht, das uns ans Ziel der Verhandlungen führt. Dieses Licht liegt nicht woanders als in unserem Herzen und in der festen Überzeugung, die für beide Seiten nützliche Zusammenarbeit und den Wohlstand von beiden Völkern zu fördern. Möglichst früh ein umfassendes FTA-Abkommen auf der Grundlage der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Nutzens abzuschliessen ist unser Versprechen gegenüber der Wirtschaft in beiden Ländern und auch unsere Verantwortung gegenüber den Völkern.

Meine Damen und Herren, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Europa und vieler Ungewissheiten in der Weltwirtschaft ist das Licht in unserem Herzen umso wichtiger. Ich bin voller Zuversicht, dass wir durch unsere gemeinsame Anstrengungen die Schwierigkeiten überwinden und ein neues Kapitel mit vielversprechender Zukunft in den bilateralen Beziehungen aufschlagen können.

Vielen Dank!

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